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MarcoFabritius2025

Dass im Sommer ein erneuter Umbruch kommen würde, das war spätestens nach dem letzten Heimspiel der ersten Mannschaft vor etwas mehr als zwei Wochen klar. Sechs Spieler wurden da verabschiedet, zudem waren die Trainerbänke der ersten und zweiten Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nur interimsweise besetzt. Und während die Erste den Klassenerhalt in der Landesliga feierte, verpasste diesen die Zweite in der Kreisliga. Viele offen Fragen also rund um die Weißenburger Fußballer, eine ist aber nun beantwortet: mit Marco Fabritius steht der neue Cheftrainer im DOTLUX-Fußballpark fest.

Um die aktuelle Lage besser nachvollziehen zu können, muss der Blick ins vergangene Jahr her. Langzeit-Trainer Markus Vierke verabschiedete sich nach dem erneut geglückten Klassenerhalt in der Landesliga nach Heideck, einige Akteure beendeten ihre Zeit beim TSV 1860 ebenfalls. Das Spielertrainerduo Mario Swierkot und Sebastian Schulik sollte den Umbruch meistern, was zunächst auch ziemlich gut gelang, Weißenburg spielte eine tolle erste Saisonhälfte. Irgendwann kam aber der Bruch und die Wege des TSV 1860 und des Duos Swierkot/Schulik trennten sich im April.

Schon im Herbst jedoch mussten die Verantwortlichen einen anderen bitteren Schritt gehen und die A-Jugend mangels Spieler vom Spielbetrieb in der Bezirksoberliga abmelden. Im März übernahm dann bei der zweiten Mannschaft in der Kreisliga das Duo Tim Lotter und Lukas Siol das Amt von Maximilian Zehentmeier und Markus Lehner, wenig später wurde aus dem Interimstrainerduo Lotter/Siol in der Kreisliga das doppelte Interimstrainerduo mit der parallelen Übernahme der Landesligamannschaft.

Konnten sie mit der ersten Mannschaft den Klassenerhalt feiern, war dieses Unterfangen mit der personell gebeutelten zweiten letztlich zum Scheitern verurteilt, relativ früh stand der Abstieg in die Kreisklasse fest. Dabei hätte es mit der Zweiten besser laufen sollen, vor der Saison waren sie beim TSV 1860 ja eine Spielgemeinschaft mit dem FC/DJK eingegangen. Doch dazu später mehr.

Zurück zum letzten Heimspiel vor knapp zwei Wochen gegen Gutenstetten (2:0), wo sich dem Beobachter beim Anblick der aufgereihten Abgänge Jonas Ochsenkiel, Fabian Häßler, Tim Koszorus, Yannis Herger, Elvis Ljiko und Zjad Eco (plus im Sinn die beiden Spielertrainer Swierkot und Schulik) schon die Frage aufdrängte, wie es denn nun weitergeht. Zwei Herrenteams mit insgesamt arg dünner Personaldecke, mangels Mannschaft keine frischen Kräfte aus der A-Jugend und keine „amtlichen“ Trainer – der nächste Umbruch schien unvermeidbar. Nun haben sie beim TSV 1860 eine Frage definitiv beantwortet, wie Fußball-Abteilungsleiter Angelo Giugliano berichten kann; zusammen mit Jonas Herter und Christian Leibhard arbeitet er im Hintergrund an der nahen Zukunft.

„Marco Fabritius wird neuer Trainer der ersten Mannschaft“, sagt also Giugliano. Der 28-Jährige aus Fürth war bislang vor allem im Jugendbereich tätig, daher kennt ihn auch der ehemalige Jugendtrainer Giugliano. Zuletzt beim jüngeren A-Jugend-Jahrgang der SpVgg Ansbach, der die BOL-Saison als Meister beenden wird. Zuvor war Fabritius Trainer im Nachwuchs des FSV Erlangen-Bruck, unter anderem in der U15-Bayernliga, selbst hat er beim TSV Rohr und beim SV Raitersaich gespielt. „In der Jugend gegen Mannschaften von Marco zu spielen, war immer eklig, sie waren fit, technisch und taktisch gut“, sagt Angelo Giugliano.

Stichwort Jugend: Beim TSV 1860 setzen sie auch darauf, dass der im Jugendbereich „bestens vernetzte“ Marco Fabritius (Giugliano) auch den ein oder anderen jungen Akteur mit an die Rezataue bringt. Mit ihm Boot auf der Trainerbank soll übrigens laut Giugliano auch Tim Lotter sein, wobei der ja auch noch im Weißenburger Jugendbereich als Trainer tätig ist (U14), genauso wie Lukas Siol (Bambinis).

Bei einer weiteren offenen Frage, nämlich der nach der Zukunft der zweiten Mannschaft, kann Angelo Giugliano noch keine endgültige Antwort geben. Nur so viel: Eine Abmeldung soll nicht erfolgen, vielmehr planen sie nach dem Abstieg eine neue Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein, mit dem FC/DJK wird es nicht weitergehen. „Das haben sich beide Seiten anders vorgestellt“, sagt Angelo Giugliano offen zur SG Weißenburg mit Mannschaften in der Kreisliga und der A-Klasse Süd, die eigentlich nur auf dem Papier bestanden hat.