Unser TSV 1860 hat sich auch zum Abschluss der Vorrunde geschlagen geben müssen: Unsere TSV60ger unterlagen dem ASV Weisendorf am Samstag zu Hause mit 0:2 und müssen in der aktuellen Verfassung und Lage mehr denn je um den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Nordost bangen. Das Team von Trainer Marco Fabritius bleibt zwar über dem Strich der Relegationsplätze, hat aber erneut eine gute Gelegenheit verpasst, die Distanz zur Abstiegszone zu vergrößern. Im Oktober blieb man komplett sieglos (ein Remis, drei Niederlagen) und hat nach der Vorrunde nur 16 Punkte auf dem Konto (vier Siege, vier Unentschieden und neun Niederlagen). Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit waren es zum gleichen Zeitpunkt 28 Zähler gewesen.
„Wie ein Absteiger“
Der Coach wollte denn auch nichts schönreden: „Wir haben die Gegentore viel zu billig bekommen und machen zu viele individuelle Fehler.“ Sicher sei es gerade „schwierig mit unserem Lazarett“, stellte Fabritius fest, fand direkt nach dem Match aber deutliche Worte: „Wir haben gespielt wie ein Absteiger. Die Einstellung und Leistung auf dem Platz passen gerade nicht“. Dabei sei man taktisch stets auf den Gegner eingestellt. Das angesprochene Lazarett umfasst derzeit in etwa eine halbe Mannschaft an Stammspielern. Aktuell reihten sich für das Weisendorf-Spiel der erkrankte Stürmer Alexander Morgenroth sowie der verletzte Kapitän Noah Schneider ein. Für Letzteren rückte Verteidiger Marco Jäger diesmal auf die Sechser-Position, zudem stand Noah Leitel nach seiner Langzeitverletzung erstmals wieder in der Startelf und bildete mit Philipp Meier die Innenverteidigung.
Für die Weißenburger, die auch auf Ermal Sahitaj nach seiner sehr fragwürdigen Roten Karte in Lauterhofen verzichten mussten, begann die kampfbetonte und oft zerfahrene Partie vor gerade mal 80 Zuschauern am C-Platz in der Rezataue denkbar ungünstig. Bereits in der vierten Minute fiel das 0:1: Nach einem Freistoß von Nico Gröger konnte der TSV 1860 nicht klären und Weisendorfs Kapitän Tim Schmidt traf mit einem abgefälschten Schuss zur Führung. In der Folgezeit sowie im gesamten Spiel blieben die Weißenburger offensiv zu harmlos. Die beste Chance zum Ausgleich hatte in der 30. Minute Mittelstürmer Kamalou Tchagouni, der nach einer Freistoß-Hereingabe am kurzen Eck vorbeiköpfte. Kurz zuvor hatten die Platzherren einen Fehlschlag von ASV-Keeper Tim Limmeroth nicht nutzen können, weil sie davon zu überrascht waren. Auf der Gegenseite verhinderte vor allem Torhüter Maximilian Laub einen höheren Rückstand und rettete stark gegen Yannick Prell (38.) und Niko Bogade (44.).
Im zweiten Durchgang folgte in der 50. Minute die frühe Vorentscheidung, als Tim Fierus einen Foulelfmeter zum 0:2 verwandelte und damit schon den verdienten Endstand besiegelte. Die Weißenburger bemühten sich zwar, noch einmal heranzukommen, ihnen fehlten aber die Mittel und die Durchschlagskraft, um Weisendorf noch ernsthaft in Gefahr zu bringen. Außer ein paar Standardsituationen sowie einer Flanke von Robin Renner (diesmal Spielführer), die knapp am hinteren Pfosten vorbeisegelte (77.), kam nichts Nennenswertes heraus.
Der TSV-1860-Sturm glich insgesamt einem lauen Lüftchen, was man vom Wetter nicht sagen konnte: Immer wieder zogen Sturmböen über den Platz und das regnerisch-kalte Wetter passte irgendwie zur aktuellen Tristesse bei den Weißenburger Landesliga-Kickern. Kurzzeitig ließ sich allerdings auch die Sonne blicken und zauberte einen Regenbogen in Richtung Wülzburg. Vielleicht ja auch ein Lichtblick für den TSV 1860?
„Wir müssen schleunigst aus der Situation rauskommen und schauen, dass wir irgendwie die Kurve kriegen“, sagte Trainer Marco Fabritius, verwies aber zugleich auf „ein paar Brocken“, die im Monat November noch kommen – allen voran die DJK Ammerthal. Der Spitzenreiter und Herbstmeister wird am kommenden Sonntag, 2. November, um 16 Uhr in der Weißenburger Rezataue zu Gast sein.
TSV 1860 Weißenburg: Laub, Amidou (81. Leibhard), Meier, Leitel, Schmied, Jäger, Krach (86. Bashaj), Koz (69. Timmerman), Schissler (63. Böhm), Renner, Tchagouni (69. Husejnovic).
ASV Weisendorf: Limmeroth, Bretting (87. Weghorn), Tim Schmidt, Fierus, Geyer (87. Trapp), Andreas Schmidt, Beuschel (90. Oldenburg), Weiße (78. Wild), Bogade (84. Mehic), Prell, Gröger.
Schiedsrichter: Lukas Nartschik (TSG Stadtbergen); Zuschauer: 80; Tore: 0:1 Tim Schmidt (4. Minute), 0:2 Tim Fierus (50., Foulelfmeter).
