Mario Swierkot und Sebastian Schulik sind bei den Weißenburgern im Saisonendspurt nicht weiter an der Seitenlinie. Sie hätten in der kommenden Runde nicht mehr weitergemacht und und zeigen Verständnis für die jetzige Entscheidung des Vereins. Wie in der „Zweiten“ übernehmen vorerst Tim Lotter und Lukas Siol. Paukenschlag beim TSV 1860 Weißenburg: Der abstiegsbedrohte Fußball-Landesligist hat sich vor den letzten vier Spieltagen der laufenden Saison von seinem Trainerduo Mario Swierkot/Sebastian Schulik getrennt.
„Die Entwicklung der letzten Wochen und die Tatsache, dass beide Trainer die Mannschaft in der neuen Saison doch nicht weiter betreut hätten, führten zu dieser Entscheidung“, begründet der Fußball-Abteilungsleiter des TSV 1860, Angelo Giugliano, in einer Stellungnahme des Vereins die durchaus überraschende Entscheidung vor dem Saisonendspurt.
Weiter erklärt Giugliano stellvertretend für alle Verantwortlichen der ersten Herrenmannschaft: „Der Landesliga-Klassenerhalt hat für den Verein oberste Priorität. In Anbetracht der aktuellen sportlichen Situation soll mit dieser Maßnahme ein neuer Impuls für die verbleibenden Wochen der Saison gesetzt werden.“ Dabei bauen die Weißenburger zunächst auf eine interne Lösung mit dem Duo Tim Lotter/Lukas Siol, das in der Winterpause bereits die Reservemannschaft (Kreisliga West) übernommen hatte. Parallel läuft aktuell die Suche nach einem Nachfolger für die kommende Saison.
Der TSV 1860 legte nach einem größeren Umbruch im vergangenen Sommer einen starken Start hin, der ihn kurzzeitig sogar auf Platz drei der Tabelle führte. Nach der Vorrunde lagen die Weißenburger als Überraschungsteam der Liga mit 28 Punkten und Rang sieben hervorragend im Rennen und hatten einen Vorsprung von zwölf Zählern auf die Abstiegszone. Alles schien bestens. Dieses Polster schmolz dann allerdings nach und nach in der Rückrunde – vor allem auch aufgrund einer Verletzungsmisere Ende letzten Jahres. In den bisherigen 13 Partien der zweiten Halbserie verbuchten die Weißenburger nur noch sechs Punkte (ein Sieg, drei Unentschieden) und sind das Schlusslicht der Rückrundentabelle (Rang 18).
Veränderte Situationen
In der Winterpause hatten Swierkot und Schulik beim TSV 1860 aufgrund der allseits zufriedenstellenden Situation für die kommende Saison verlängert, nahmen diese Zusage zuletzt aber zurück. Bei Swierkot (35) hatte das vor allem berufliche Gründe: Er arbeitet inzwischen als Verkaufsleiter beim Autohaus Bierschneider in Donauwörth (vorher war er für das gleiche Unternehmen in Weißenburg tätig) und ist zeitlich voll eingespannt – Samstage inklusive. Die Tätigkeit in Donauwörth lässt sich nach seinen Worten in Verbindung mit dem Aufwand für Landesliga-Fußball „nicht mehr stemmen“. Und für die Familie soll schließlich auch noch Zeit bleiben.
Sebastian Schulik (38) hätte wie geplant als Coach weitergemacht – auch ohne Swierkot, mit dem er ein eingespieltes und äußerst engagiertes Duo bildete. Allerdings habe sich, so Schulik, zuletzt „die Grundausrichtung im Verein anders entwickelt als erhofft und die Planung für die neue Saison hat sich schwieriger dargestellt“. Detaillierter wollte er sich dazu nicht äußern. Die Entwicklung sei aber der Grund gewesen, vorigen Donnerstag von seiner Zusage zurückzutreten. Hintergrund dürften wohl zusätzliche Spieler-Abgänge sein – offiziell ist bislang der Wechsel von Kapitän Jonas Ochsenkiel, der künftig Spielertrainer bei der SG Nennslingen/Bergen wird.
Schulik und Swierkot hätten gerne bis zum Saisonende weitergemacht, haben aber „komplettes Verständnis“, dass der Verein schon jetzt den Schnitt macht. Beide tragen die Entscheidung mit und finden sie „nachvollziehbar“ – zum einen wegen der prekären sportlichen Situation, zum anderen wegen der Tatsache, dass sie kommende Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. „Das ist alles völlig ehrlich, transparent und auf einer freundschaftlichen Ebene gelaufen“, stellte Sebastian Schulik im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Auch Mario Swierkot unterstreicht, „dass wir nicht im Bösen auseinandergehen“. Nach seinen Worten war es „eine großartige Zeit“ und er fügt hinzu: „Der TSV ist für mich immer noch was Besonderes.“
Beste Wünsche fürs Team
Die beiden scheidenden Trainer wünschen dem Verein und der Mannschaft alles erdenklich Gute – zunächst vor allem den Klassenerhalt. Schulik, der betont, dass bei seiner Entscheidung kein anderes Angebot oder ein anderer Verein im Spiel waren, hat die Arbeit in Weißenburg sehr viel Spaß gemacht und er wünscht dem Team „maximalen Erfolg“. Ähnlich äußert sich Swierkot, der für den Endspurt die Daumen drückt und mit Blick auf die Mannschaft überzeugt ist: „Sie haben es drauf, den Klassenerhalt zu schaffen“. Beide verabschiedeten sich am Dienstagabend beim Training von ihrer Mannschaft. „Wir haben den Jungs viel Glück gewünscht“, so Swierkot.
Analog zur Abteilungsleitung können sich die Ex-Trainer aus ihrer langjährigen Erfahrung im höherklassigen Amateurfußball gut vorstellen, dass durch den Trainerwechsel im Abstiegskampf noch einmal „eine neue Energie und neue Impulse“ reinkommen. Darauf hoffen auch die Verantwortlichen um Angelo Giugliano. Auch er betont, dass man im Frieden und in Freundschaft auseinandergehe: „Wir danken Sebastian Schulik und Mario Swierkot für ihr Engagement und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute“, heißt es abschließend in der Stellungnahme der TSV-1860-Verantwortlichen zu der Trainer-Entlassung.
