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1.Herren Augsburg26

Dass sich unser TSV 1860 nach seinem nahezu kompletten Umbruch vor einer reichlich komplizierten Saison in der Landesliga Südwest stehen würde, war klar. Die neu formierte Mannschaft verpasste am Samstag im Heimspiel gegen das ebenfalls noch punktlose Türkspor Augsburg – nach dem Abstieg aus der Bayernliga gleichermaßen runderneuert – das erhoffte erste Erfolgserlebnis und verlor mit 0:2 (0:1). Und auch abseits des Spielfeldes kommen die Weißenburger nicht zur Ruhe, Christian Leibhard hatte sich in den Tagen zuvor beim TSV 1860 abgemeldet und einem neuen Verein angeschlossen. Dafür bekam Trainer Christoph Jäger am Samstag erstmals neue Gesellschaft in seiner Coaching Zone.

Das muss man alles erst mal sortieren, daher ein kurzer Rückblick. In der vergangenen Winterpause trennten sich die Weißenburger von Trainer Marco Fabritius, mit dem Trio Christian Leibhard, Tim Lotter und Lukas Siol schafften die „Sechziger“ nach einem wahren Kraftakt noch den Klassenerhalt in der Landesliga Nordost. Dennoch verließ fast die ganze Mannschaft in der Sommerpause die Rezataue, binnen weniger Wochen gelang es den Verantwortlichen, eine Mannschaft für die neue Runde in der Gruppe Südwest auf die Beine zu stellen. Mit in der „Rettungskommission“: Christian Leibhard, der zwar auf dem Feld nach schwerer Verletzung nicht eingreifen kann, aber in der Fußballabteilung ja auch seit längerem als Sportlicher Leiter für den Herrenbereich fungiert.

Mittlerweile muss man sagen, fungierte. Denn im Lauf der vergangenen Woche vermeldete Kreisligist SG Pfofeld/Theilenhofen dann Folgendes: „Die SG Pfofeld/Theilenhofen stellt die Weichen für die Zukunft: Christian Leibhard verstärkt ab sofort das Trainerteam unserer 1. Mannschaft. Bereits zum Ende der vergangenen Saison hat Johannes Meyer (ebenfalls ein Ex-Weißenburger, d. Red.) die sportliche Leitung darüber informiert, dass er sein Traineramt zur Winterpause der Saison 2026/27 aus beruflichen Gründen niederlegen wird. Mit seiner Arbeitsstelle in Erlangen lässt sich der zeitliche Aufwand leider nicht mehr mit der Trainertätigkeit vereinbaren. Bis zur Winterpause werden Johannes Meyer und Christian Leibhard die Mannschaft gemeinsam betreuen. Anschließend übernimmt Christian die Verantwortung als Cheftrainer.“

Was dann doch einigermaßen überraschend kam, beim TSV 1860 hat sich Leibhard sowohl als Spieler wie auch als Funktionär abgemeldet. Roland Mayer aus der Weißenburger Vorstandschaft bestätigte das, wollte die Personalie aber ansonsten nicht weiter öffentlich kommentieren. Jedenfalls war nun wieder eine neue Baustelle offen bei den Weißenburger Fußballern, die sie aber am Samstag schließen konnten, wie jeder Zuschauer des Duells gegen Augsburg dann auch sehen konnte. Kemal Kayis – Vater von Spieler Alper Kayis und bereits Trainer unter anderem in Gunzenhausen, Dittenheim, beim FC Nagelberg oder bei den A-Junioren des TSV Nördlingen – leistete TSV-Trainer Christoph Jäger Gesellschaft in der Coaching Zone.
Der 46-jährige Kayis wird ab sofort als Sportlicher Leiter und Teammanager der Landesligamannschaft tätig sein, wie der Verein am Samstag bekannt gab; gegen Augsburg vertrat er übrigens den kurzfristig aus privaten Gründen verhinderten Co-Trainer Tim Lotter. Weiterhin hat sich Maximilian Laub bereit erklärt, neben seiner Rolle als Torwart und Kapitän weitere organisatorische Aufgaben rund um das Team zu übernehmen.

Was man noch dazu erwähnen sollte: Kemal Kayis hat seine finale Zusage nach dem Spiel gegen Augsburg gegeben, die dritte Niederlage im dritten Spiel hat ihn also nicht abgeschreckt. Und warum auch. Sicher, gehobenes Landesliganiveau war es nicht unbedingt, was die beiden neuformierten Teams den etwas über 100 Zuschauern gezeigt hatten – aber das darf man in der jeweiligen Situation auch nicht erwarten.

Aus Sicht der Gastgeber lief es zu Beginn ganz ordentlich, auch wenn zunächst Max Laub gegen Tsilavina Marolahy parieren musste (20.). Die nächste Gelegenheit dann für den TSV, nach Flanke von Mohamed Riahi konnten die Schwaben aber zur Ecke klären (22.). Erneut Riahi brachte eine Ecke nach 24 Minuten in den Strafraum, der Kopfball von Juan Lasso Angulo geriet aber zu schwach. In der 32. Minute scheiterte dann Augsburgs Diego Dragone noch mit einem Schrägschuss, zwei Minuten später aber lupfte er den Ball aus vollem Lauf und 16 Metern sehenswert über Laub zum 1:0 für den Gast ins Tor.

„Wir hatten ja unseren Chancen, wurden dann aber durch einen Stellungsfehler bestraft“, haderte Christoph Jäger mit dem Rückstand. Der hätte zur Pause noch höher ausfallen können, mit vereinten Kräften und dank grober Augsburger Fahrlässigkeit bereinigten sie aber eine brenzlige Situation im Strafraum nach einer Ecke kurz vor dem Pausenpfiff.

Auch in der zweiten Hälfte konnte man den Gastgebern die Bemühungen nicht absprechen, es blieb aber relativ harm- und damit auch erfolglos. Einen Aufreger hatte das Geschehen noch in der 83. Minute parat, als Merdan Tolu klar gefoult wurde. Die Frage war nur: vor oder im Strafraum? Schiedsrichter Kevin Rösch bewies „Adleraugen und verlegte den Tatort unter Protesten vor allem der Weißenburger Zuschauer wenige Zentimeter vor die Strafraumlinie – was nach Ansicht des Bildmaterials die richtige Entscheidung war. Den folgenden Freistoß hob der eingewechselte Rayan Bounouhi über das Tor. Kurz vor dem Ende besorgte Hazem Ibrahimi gegen aufgerückte Gastgeber mit seinem Tor zum 2:0 die Entscheidung und ließ Türkspor über den ersten Saisonsieg jubeln.

„Das geht insgesamt in Ordnung“, bilanzierte Christoph Jäger, „auch wenn wir nach einer ordentlichen ersten Halbzeit vielleicht auch einen Punkt verdient gehabt hätten“. Der nächste Anlauf auf das erste Erfolgserlebnis folgt in Kürze, am Mittwoch geht es in der ersten englischen Woche dieser Saison zu Cosmos Aystetten an den Rand von Augsburg. Ein Team, das erst einen Zähler geholt hat und bei dem die Weißenburger erneut auf den ersten Punktgewinn hoffen. Anstoß ist um 18.30 Uhr. MATHIAS HOCHREUTHER

TSV 1860 Weißenburg: Laub, Lenz, Angulo, Nassam (61. Bounouhi), Giraudy, Kehrstephan, Kayis (80. Prohaska), McKinzy II, Riahi (61. Shoipov), Graf (80. Tolu), Eze (61. Adamou).

Türkspor Augsburg: Merk, Biermann, Enes Can (68. Chbiki), Precub (60. Randriamananjara), Krachtus, Marolahy, Ibrahim (90. Hasan Can), Mert Can, Dragone, Groua-Pecher, Tepe.

Schiedsrichter: Kevin Rösch (SF Laubendorf); Tore: 0:1 Dragone (34.), 0:2 Ibrahim (87.); Zuschauer: 124.