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tsv ukraine

So langsam wird es eng in der Bezirksoberliga für die Herrenhandballer des TSV 1860 Weißenburg. Nur noch wenige Spieltage sind zu spielen und zum neunten Tabellenplatz, der den Klassenerhalt bedeuten würde, sind es aktuell vier Punkte. Keine weiteren kamen am Samstagabend hinzu, als die Sechziger zur HG Zirndorf fuhren und mit einer 21:28 Niederlage heimkehrten. Die fiel war zwar unnötig hoch aus und ließ die Lage weiterhin prekär erscheinen, sorgte aber dennoch nicht für schlechte Stimmung, was weiterhin als gutes Zeichen zu verstehen ist. Als Mitauslöser für die erneute Niederlage darf entschuldigend die Personalsituation aufgeführt werden. Mit nur zwölf Spielern angereist trat die von Sigi Rudat betreute Mannschaft an, insgesamt sieben Handballer fehlten verletzt oder verhindert, darunter die Abwehrspezialisten Wokon, Schmidt und Winkler sowie Hannes Kürpik als Rückraumkanonier und Markus Hellmich als Lenker im Angriff. Trotz der Personalnot starteten die Sechziger hervorragend ins Spiel und begann mit einem Brechtelsbauer-Sommerer-Doppelschlag mit 2:0 in Führung. Auch in der Folge zeigte man sehr ansehnlichen, schnellen und sogar erfolgreichen Handball. Bis zum 10:9 aus Gastgebersicht lag man nie zurück, musste danach jedoch etwas kämpfen, um dranzubleiben. Auffällig waren vier vergebene Strafwürfe im ersten Durchgang, von denen zumindest zwei im Nachfassen noch verwandelt werden konnten. Diese zwei verpassten Tore waren es dann auch, die zur Halbzeit fehlten, 14:12 stand es beim Gang in die Kabine. Nach Wiederanpfiff sorgte eine gute Leistung für den erneuten Anschluss bis zum 19:18. Aufgrund der nachlassenden Konzentration und Kraft gelang es den Hausherren jedoch, einen 6:0-Lauf hinzulegen und einen deutlichen Abstand zum TSV herzustellen. Ärgerlich war, dass den Sechzigern mehrere Ballgewinne abgepfiffen wurden und zudem das harte Einsteigen der Zirndorfer Abwehr nicht immer angemessen geahndet wurde. Dies sorgte beim durchspielenden Rückraum bestehend aus Basti Rudat, Johannes Brechtelsbauer und Bene Sommerer für Abnutzungserscheinungen, die auch durch Verschnaufpausen in der Abwehr, als Flo Beierlein immer einen der Drei vertrat, nicht ausgeglichen werden konnten. Nach dem kurzen Durchhänger fingen sich die Weißenburger zwar wieder, das Spiel war da jedoch entschieden, da nur noch zehn Minuten auf der Uhr verbleiben. Mit 28:21 verloren die über weite Strecken guten Sechziger das Auswärtsspiel, bei dem viele Stammkräfte fehlten, es aber immerhin einen Rückkehrer willkommen zu heißen galt. Johannes Baur kehrte nach einem Auslandssemester in Griechenland zurück in die Mannschaft und erzielte zwei Tore. Um dessen Comeback und die weiterhin gute Stimmung zu feiern, ging es im Anschluss an das Spiel zum TSV-Sportheim, um bei Gyros und Ouzo kein Fernweh bei Jojo aufkommen zu lassen.
Weiter geht’s mit einem Heimspiel in Ellingen, am Sonntag den 3. März empfängt der TSV 1860 die HG Ansbach um 18:00 Uhr. Ein Erfolg gegen die im unteren Mittelfeld spielende HG könnte nochmal Hoffnung geben, die Klasse zu halten. Die Mannschaft wird wie immer alles dafür geben.

Das Nachholspiel des zehnten Spieltags führte Sigrid Rudat und ihre Mannschaft am Dienstagabend nach Schwabach. Üblicherweise finden ja Nachholspiele unter der Woche wenig Zuspruch, so dass man diese mit ausgedünntem Kader bestreitet. Nicht so an diesem Abend, 14 Mann – und damit die maximal erlaubte Zahl an Spielern – fanden sich im Trikot des TSV 1860 Weißenburg in der Goldschlägerstadt ein. Außer den verletzten und kranken Handballern waren alle anwesend. Erfreulich und praktisch für Trainerin Rudat, die somit oft wechseln und ihren Spielern immer wieder Auszeiten geben konnte.
Diese waren auch nötig, traf man doch auf den Tabellenzweiten vom SC Schwabach, der bislang eine sehr überzeugende Runde spielt und mit großen, schnellen und spielstarken Jungs sehr attraktiven Handball bietet.
Unbeeindruckt von der Körperlichkeit, die sich da in der gegnerischen Hälfte tummelte, begannen die Sechziger sehr mutig und hielten von Anfang an dagegen. Zwar erzielte Jakob Winkler den ersten Weißenburger Treffer erst nach fast fünf Minuten, doch auch die Gastgeber hatten bis dahin erst einmal getroffen und benötigten dafür vier Angriffe. Dies lag an einer guten und kompakten Abwehr des TSV und einem überragenden Alexander Symader im TSV-Kasten, der reihenweise Paraden ablieferte und schon zu Beginn perfekt ins Match fand. Auch wenn Schwabach überlegen agierte, so wirklich umsetzen konnten sie ihren Vorteil zunächst nicht. Immer wieder gewann die Weißenburger Defensive ihre Duelle oder aber Alex Symader brachte eine Hand an den Ball, so dass die Anfangsphase offenblieb – 4:4 stand es nach 8 Minuten. Die Weißenburger zeigten sich im Vergleich zum Sonntagsspiel gegen Kernfranken enorm verbessert. Es wurde richtiger Handball gespielt und auch gekämpft. Allerdings schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten oder technische Fehler ins Weißenburger Spiel ein, die Schwabach meistens in einfache Tore umwandelte. Dank Alex Symader blieb man jedoch an den Goldschlägerjungs des SC dran, 11:9 und 14:11 lauteten die weiteren Zwischenstände. Auffällig war auch die gute Chancenverwertung des TSV 1860. Konsequent abgeschlossen und manchmal auch mit etwas Glück fanden viele Wurfversuche ihr Ziel, so dass man beim Halbzeitstand von 16:13 bis auf die unnötigen Ballverluste mit der eigenen Leistung zufrieden sein konnte. Nicht dass man hier ernsthaft etwas mitnehmen konnte, dafür war der Gegner dann doch zu überlegen, aber dranbleiben und diesen ärgern, das wollte man schon.
Im zweiten Durchgang wechselte Tobias Meierhuber zwischen die Pfosten und hatte sich vorgenommen, es dem starken Alex Symader gleichzutun. Tatsächlich gelang dies und der zweite Weißenburger Torhüter an diesem Abend zeigte gute Aktionen griff sich einige Schwabacher Bälle. Auch wenn die Defensive rund um Lukas Krach und Florian Beierlein weiterhin gut dagegenhielt fiel die Leistung vor allem im Angriff nun zunehmend ab. Johannes Brechtelsbauer vom Siebenmeterstrich und aus dem Rückraum konnte den Heimkeeper mehrmals überwinden, es fehlte aber immer wieder an Genauigkeit und vielleicht auch etwas Ruhe im Aufbau, um über die gesamte Spielzeit mithalten zu können. Mehrere Ballverluste innerhalb kurzer Zeit bedeuteten die schwächste Phase im Weißenburger Spiel, die Schwabach gnadenlos nutzte und einen Zwischenspurt von 21:18 zum 31:23 hinlegte. Weißenburg machte sich damit ein eigentlich gutes Spiel gegen eine starke Mannschaft kaputt und verlor am Ende deutlich mit 36:27. Dass es nicht zehn Tore Unterschied waren lag am verwandelten Siebenmeter von Tim Lukas mit abgelaufener Uhr, wobei das dann auch zu hoch gewesen wäre. Über eine weite Strecke zeigte man eine gute Leistung mit überragendem Torhüterspiel, die zumindest dieses Duell für sich verbuchen konnten. Erfreulich auch, dass die A-Jugendlichen weiter eingebaut werden konnten und beide ein Tor erzielen konnten. Michi Brunnenmeier feierte somit sein Premierentor für die Herren, nachdem zuvor der Kasten für ihn vernagelt schien. Apropos Kasten…

So langsam wird es kürzer, die Spieler aufzuzählen, die dabei waren, statt die Verletzten und Abwesenden, was dazu führte, dass Trainerin Sigrid Rudat im Spiel gegen die SG Kernfranken etwas improvisieren musste. Dass so eine Situation gegen den ungeschlagenen Tabellenführer eintritt ist Fluch und Segen gleichzeitig. Unter normalen Umständen wäre es schwer gewesen, etwas Zählbares zu erwarten, so dass eine Niederlage eingeplant und zu verschmerzen wäre. Andererseits kann ein solches Spiel auch ziemlich weh tun, bekommt man in der Konstellation die Bude voll.
Am Ende waren es 36 Gegentore, die die Sechziger schlucken mussten, lediglich 23 eigene Treffer standen dem entgegen. Eine deutliche und in der Höhe verdiente Niederlage, die zwar wirklich unschön anzusehen und zu spielen war, an der Ausgangslage jedoch nichts ändert. Somit – weiter machen.
Flott ging es in der Ellinger Sporthalle los, 0:1 direkt im ersten Angriff, da saßen noch gar nicht alle Zuschauer. Capitano Benedikt Sommerer und Jugendspieler Moritz Meyer glichen jeweils aus, so dass es nach 3 Minuten bereits 2:2 stand. Die beiden waren es auch, die zumindest bis zum 4:5 das Ergebnis knapphielten, bevor die Spielgemeinschaft dann aufdrehte und ihre Vorteile in körperlicher und spielerischer Hinsicht ausnutzte. Mit einem 2:9-Lauf drehte der Tabellenführer auf und ließ den Sechzigern keine Luft zum Atmen. Dabei war es weniger das schnelle Spiel der Gäste, sondern viel mehr die Tatsache, dass jeder kleine Fehler im TSV-Spiel bestraft wurde. Seien es Fehlpässe oder technische Fehler im Angriff oder Lücken in der Defensive – Kernfranken war immer zur Stelle. Aufgrund der ungewohnten Aufstellung war das Offensivspiel der Weißenburger nicht so flüssig wie gewohnt. Viel musste über Einzelaktionen gehen, was logischerweise gegen die starke Kernfranken-Abwehr nicht immer klappte. Oftmals wurden Wurfversuche auch Beute des Gästetorhüters, was wiederum zu schnellen Gegenstößen führte. Defensiv fehlte Lukas Krach ebenso deutlich wie vorne, wobei sich vor allem Florian Beierlein als sehr gute Alternative auf der Kreisposition entwickelt und auch diesmal zwei Treffer erzielen konnte. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte entwickelte sich eines der Spiele, bei denen man als Teilnehmer hofft, dass sie schnell rumgehen. Leider waren noch nicht mal 30 Minuten absolviert und Kernfranken ließ nicht nach. Vorne gaben Bene Sommerer und Jakob Brechtelsbauer die Alleinunterhalter, der Pausenstand von 9:20 zeigte allerdings deutlich, dass das gegen die SG aus Kernfranken nicht reichen würde.

Samstagabend ging es für die Handballer des TSV Weißenburg nach Nürnberg zur Bayernligareserve des HBC Nürnberg. Die junge Truppe spielt bekanntlich einen immens schnellen Handball und dies tut darüber hinaus auch recht erfolgreich, Platz 3 in der Bezirksoberliga und ein deutlicher Abstand auf die nachfolgenden Vereine sind ein deutliches Zeichen dafür. Ohne die Verletzten sowie ohne Johannes Brechtelsbauer und Jakob Winkler waren die personellen Voraussetzungen nicht grade ideal. Zudem fehlte auch die Trainerin Sigrid Rudat, so dass Routinier Michael Butz als Spielertrainer einsprang.
Ganz zu Beginn sah es auch gar nicht so schlecht für die Sechziger aus, 2:2 in der Anfangsphase ließ kurz die Hoffnung auf ein ausgeglichenes Match aufblühen. Durch zwei völlig unnötige Zeitstrafen für den TSV brachte man sich dann jedoch schnell aus dem Tritt. Vorne zu überhastet abgeschlossen bedeutete fast jeder Fehler direkt ein Gegentor durch das schnelle Spiel der Hausherren. Die Weißenburger hatten absolut nichts entgegenzusetzen und eine frühe Auszeit sollte die Ordnung wiederherstellen. Dies gelang jedoch nicht komplett, doch allmählich wurde es besser. Manndeckungen gegen die beiden Fixpunkte im Weißenburger Angriffsspiel Basti Rudat und Bene Sommerer brachten den HBC eher aus dem Spiel, als dass sie damit einen Vorteil erreichten. Auch die Umstellung der Sechziger auf zwei Kreisläufer trug dazu bei, die Partie wieder offener zu gestalten. Lukas Krach und Michael Butz als Kreisläuferduo machten mächtig Alarm in der Nürnberger Defensive, was oftmals zu Strafwürfen für den TSV führte. Diese wurden zwar nicht alle verwandelt, doch schöpfte man durch den Kampf neue Energie. Erschwerend kam jedoch hinzu, dass Bene Sommerer nach einer Viertelstunde bereits die zwei Zeitstrafe erhielt und daraufhin in der Abwehr mit Florian Beierlein wechseln musste, um nicht vorzeitig vom Feld geschickt zu werden. Florian Beierlein machte seine Sache in der Folge sehr gut, doch der ständige Abwehr-Angriffwechsel spielte den immer wieder auf Gegenstöße lauernden HBClern in die Karten.

Im Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger unterlag der TSV 1860 Weißenburg dem Namensvetter aus Wendelstein mit 28:33 und verbleibt weiterhin stark abstiegsgefährdet auf dem vorletzten Tabellenplatz der Bezirksoberliga Mittelfranken. Während das Hinspiel eine der ganz knappen Niederlagen war, 26:27 hatten die Römerstädter hier den Kürzeren gezogen, waren Ergebnis und Spielverlauf am Samstagabend in der Landkreishalle deutlicher, als es Trainerin Sigi Rudat und ihren Jungs lieb war.
Ohne die drei wichtigsten Abwehrspieler Wokon, Schmidt (beide noch verletzt) und Jakob Winkler (verhindert) wurde es direkt zu Spielbeginn schwer, die routinierten Wendelsteiner Werfer zu stoppen. Vier Minuten waren rum und der gastgebende TSV lag mit 0:3 hinten. Viel Kraft wurde investiert, um dem Rückstand hinterherzulaufen und diesen schließlich auszugleichen, was bei 11:11 endlich gelang. Knapp zwanzig Minuten waren da schon gespielt und die Sechziger mühten sich redlich, allein fehlte an diesem Abend manchmal das Glück und die letzte Konsequenz, um im Angriff Erfolge zu erzielen. Technische Fehler und Abschlussprobleme summierten sich in der Folge zu einem erneuten Rückstand, der sich zum 14:18 Halbzeitstand auf der Anzeige abbildete.
Auch im zweiten Durchgang machte es die Wendelsteiner Deckung den Sechzigern enorm schwer, unbedrängt zum Torerfolg zu kommen. Auch eine doppelte Überzahlsituation wurde mit 1:2 Toren hergegeben. Hier spielten die Gäste ihre Erfahrung gegen eine junge Weißenburger Mannschaft aus, die trotz den älteren Spielern Butz und Hellmich mit einem Durchschnittsalter von 25,5 Jahren auflief. Mit den beiden A-Jugendlichen Michael Brunnenmeier und Moritz Meyer sowie den noch recht unerfahrenen Florian Beierlein und dem Debütanten Andreas Moj fehlte es am Ende vielleicht auch etwas an Abgeklärtheit, um über die gesamte Spieldauer dagegenhalten zu können. Wobei vor allem die beiden Jugendspieler ihren Part gut erfüllt haben, wie Trainerin Rudat ausdrücklich erwähnte. Dass es am Ende nicht noch deutlicher wurde, immerhin führte Wendelstein nach 52 Minuten bereits mit sieben Toren Vorsprung, ist positiv zu sehen. Markus Hellmich und Hannes Kürpik mit drei Toren in den letzten zwei Minuten betrieben hier noch etwas Kosmetik, die zwar nichts an der Niederlage änderte, für die Stimmung aber wichtig war.
Für die Sechziger geht es am nächsten Wochenende zum HBC Nürnberg 2. Der Tabellendritte besticht mit schnellem Spiel und bietet üblicherweise eine sehr junge Mannschaft auf, womit der TSV 1860 vielleicht besser zurecht kommen wird, als gegen Veteranen bestehen zu müssen.

Kurz war sie, die Winterpause der Bezirksoberliga Mittelfranken, denn schon am Drei-Königs-Tag startete die Rückrunde. Die Könige an diesem Tag kamen aber nicht aus dem Morgenland sondern aus Weißenburg! Die Handballer des TSV 1860 gewannen nämlich das Kreis- und Kellerduell beim TV Gunzenhausen mit 27:26 und tauschten somit gegen den ewigen Rivalen den Tabellenplatz. Die beiden Landkreisvertreter belegen nun mit 10 und 11 die letzten beiden Ränge der Liga. Aufgrund der engen Tabellensituation war der Sieg enorm wichtig und Platz 5 bis 11 trennen aktuell nur vier Zähler.
Erneut musste der Kader von Trainerin Siggi Rudat mit zwei Jugendspielern aufgefüllt werden, da neben den Verletzten auch Tim Lukas beim Derby fehlte. Michi Brunnenmeier und Moritz Meyer machten die Sache sehr gut, Moritz Meyer konnte sein erstes Tor bei den Herren erzielen – erfahrene Handballer wissen, was das bedeutet: Unterstützung einer lokalen Brauererei nach Wahl.
Der TSV startete schwungvoll in die Partie und ging direkt durch den MVP 2023 Bene Sommerer in Führung. Da der besonders heiß auf das Derby war, feuerte er direkt weiter und besorgte das 3:1 und 4:3 aus Weißenburger Sicht. Der erste Rückstand lautete 4:5, zehn Minuten waren da erst gespielt und die knapp 200 lautstarken Zuschauer konnten sich auf eine schnelle und intensive einstellen. In der Folge blieb zwar die Intensität hoch, die Torfolge nahm jedoch ab, was zu noch mehr Spannung führte. Bereits im ersten Durchgang war deutlich, dass heute jeder erzielte Treffer von Bedeutung sein würde. Die anfangs durchschlagenden Angriffsreihen auf beiden Seiten ließen etwas nach, die Torhüter kamen besser ins Spiel und auch ein paar Fehler bedeuteten jeweils viel Aufwand für jeden einzelnen Torerfolg. Gegen Ende der ersten Hälfte erarbeiteten sich die Sechzger einen leichten Vorteil und gingen erstmals mit drei Toren in Führung, 13:10 aus Gästesicht nach 27 Minuten. Angetrieben vom akustisch sehr aktiven Heimpublikum kamen die „Gunners“ jedoch bis zum Pausenpfiff zum Ausgleich, drei Tore in Folge besorgte Julian Kött von der rechten Seite, die sich etwas als Schwachseite des TSV zeigte. Trotz des 13:13-Unentschiedens zur Pause konnten die Gäste aus Weißenburg zufrieden sein, alles war noch offen und ein Coup wie beim 36:29-Sieg aus dem Hinspiel hatte sowieso niemand erwartet, zu stark hatte sich der TV Gunzenhausen in den letzten Spielen der Liga präsentiert.
Mit zwei Gegentreffern durch Kött, der damit fünf Gun-Tore in Folge erzielte, begann die zweite Hälfte. Der TSV konnte jedoch umgehend reagieren und drehte die Anzeigetafel auf 15:17. Erneut war die Anfangsphase eine sehr rasante, um dann einem engen, ausgeglichenen und vor allem spannenden Spiel Platz zu machen. Bis auf das 21:19 für die „Gunners“ konnte keine Mannschaft mehr als einen Treffer vorlegen. Ein Faktor für die Hausherren war die Hereinnahme von Marco Tiefenthaler ins Tor, der eine überragende Halbzeit ablieferte und viele TSV-Abschlüsse entschärfte. Neben vergebenen klaren Torgelegenheiten waren es unvorbereitete Würfe und kleinere technische Fehler der Weißenburger, welche die Partie immer mehr in Richtung Altmühlstädter rutschen ließ. Nach vielen unglücklichen Niederlagen und Punktverlusten war das Glück jedoch an diesem Abend auf Seiten der Weißenburger Werfer. Einige Ballverluste wurden durch Schiedsrichterentscheidungen verhindert denn nicht jede Gunzenhäuser Abwehraktion war tatsächlich ein Foul – Siggi Rudat und ihren Jungs war´s egal und man blieb die ganze Zeit über dran. Das 25:24 durch Gunzenhausens Spielertrainer Benni Franz vier Minuten vor Ende wurde durch Bene Sommerer gekontert, der mit zwei Toren auf 26:25 für Weißenburg stellte. Erneuter Ausgleich 60 Sekunden vor dem Abpfiff und ein erneutes Unentschieden für den TSV drohte, doch Jakob Winkler mit einer enormen Willensleitung erzielte die erneute Führung zum 27:26. Den Wiederanpfiff der Gastgeber unterband Michel Butz, was regelkonform mit einer Zwei-Minuten-Strafe und Siebenmeter sanktioniert wurde, wieder drohte die Punkteteilung. Mateusz Albingier gegen Tobi Meierhuber im TSV-Tor lautete nun das Duell, auf das sich das ganze Spiel komprimierte. Gunzenhausens Routinier zielte nicht ganz optimal und Tobi Meierhuber, angefeuert vom Weißenburger Anhang, parierte tatsächlich diesen letzten Wurf. Somit ging auch das Derbyrückspiel an den TSV Weißenburg, der sich endlich einmal für die Mühen belohnte. Meierhuber ging in einem Jubelhaufen unter und der Begriff Feiertag erhielt eine neue Konnotation.
So schön der Sieg auch war, zum Klassenerhalt müssen noch ein paar Erfolge verbucht werden. Mit einem Derbysieg im Rücken stellt sich das jedoch etwas einfacher dar, auch wenn man aktuell noch den vorletzten Tabellenplatz einnimmt, der den Abstieg bedeuten würde.
Weiter geht’s am 20. Januar mit einem Heimspiel gegen den Tabellennachbarn vom TSV Wendelstein. Punkten ist Pflicht.

Spielverlauf: 0:1, 1:3, 4:4, 8:8, 10:13, 13:13 Halbzeit – 14:13, 15:17, 18:18, 23:22, 25:24, 26:27 Ende

Siebenmeter: TV Gunzenhausen 3/2; TSV Weißenburg 4/2

Strafzeiten: TV Gunzenhausen 6 Minuten; TSV Weißenburg 6 Minuten

TSV 1860: Tobias Meierhuber, Alexander Symader (beide Tor), Michael Butz 1, Sebastian Rudat 1, Markus Hellmich 2, Michael Brunnenmeier, Benedikt Sommerer 9, Moritz Meyer 1, Johannes Brechtelsbauer 3/1, Jakob Winkler 7/1, Lukas Krach 1 und Hannes Kürpik 2.

Die erste Saisonhälfte in der ersten Bezirksoberligasaison der Vereinsgeschichte war gespielt und trotz eines guten Beginns steht die Herrenmannschaft des TSV 1860 Weißenburg mit 4:14 am Tabellenende. Dabei fing alles gut an, beim ersten Spiel holte man ein Unentschieden beim ESV Flügelrad und somit den ersten BOL-Punkt überhaupt. Zum Auftakt der Rückrunde war nun eben jener ESC Flügelrad zu Gast beim TSV Weißenburg, so dass man sich durchaus Chancen ausrechnete, die lange Durststrecke beenden zu können. Da die Landkreishalle im Dezember zumeist den Fußballern gehört, fand das Heimspiel in Ellingen statt. Ob es am Spielort oder am Weihnachtsmarkt lag ist unbekannt, jedoch fanden diesmal nur knapp 100 Zuschauer den Weg zum Heimspiel. Wobei das ja auch keine schlechte Besucherzahl ist, nur ist man als Weißenburger Handballer mittlerweile ja sehr verwöhnt, was die Zuschauerzahlen betrifft.
Der Weißenburger Werfer stand das zweite Duell des Wochenendes bevor. Hatte man am Freitag noch eine griechische Auswahl– Gyros, Calamari und Ouzo wurden an der Weihnachtsfeier in einem harten Kampf bezwungen – ging es am Sonntag gegen den ESV aus Nürnbergs Westen. Diese hatten bislang 7 Punkte gesammelt und standen nur wenige Plätze vor den Sechzigern, die mit einem Sieg heranrutschen hätten können. Lucas Schmidt und Kapitän Dani Wokon fehlen ja bekanntlich längerfristig, für den Spielführer übernahm Benedikt Sommerer das Kapitänsamt und zeigte, grade erst als Spieler des Jahres geehrt und deshalb traditionell blondiert, sich des Amtes würdig.
Die Partie begann sehr ausgeglichen, bis zu Spielminute 15 wechselte die Führung hin und her, einen Vorteil konnte sich keine der Mannschaften erspielen. Allerdings zeigte sich bereits am Anfang, was einer der Knackpunkte des Spiels werden sollte, die Chancenverwertung der Gastgeber. Gleich zwei Siebenmeter innerhalb von einer Minute wurden in der Frühphase durch Winkler und Rudat vergeben und auch in der Folge fielen die Weißenburger Treffer immer etwas mühsamer, als die der Gäste. Dennoch gelang es, mit zwei Toren in Führung zu gehen, 8:6, 10:8 und 11:9 lauteten die Zwischenstände, trotz eines weiteren vergebenen Strafwurfes, diesmal von Markus Hellmich (20. Minute). Das Weißenburger Spiel hatte sich gefunden und die Jungs von Trainerin Siggi Rudat präsentierte sich gut. Die beiden Jugendspieler Moritz Meyer und Michael Brunnenmeier – natürlich mit der Nr. 10 auf dem Rücken – gaben in dieser Phase ihr Debüt bei den Herren und versteckten sich nicht. Die letzten beiden Minuten in Hälfte Eins wurden allerdings in Unterzahl gespielt, und das taten die Sechziger nicht besonders clever. Ein 13:15-Rückstand zur Pause war die Folge, wobei die Partie zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen war.
Der erste Drei-Tore-Rückstand ließ nach Wiederbeginn jedoch nicht lange auf sich warten, 14:17 hieß es nach drei Minuten in Runde Zwei. Mit Engagement schafften die TSVler zehn Minuten später den Ausgleich zum 20:20, doch das Spiel verlief ganz klar zu Gunsten der Eisenbahner aus Flügelrad. Deren Abwehr stand ungemein kompakter im 6:0 als die offensivere Deckungsvariante der Gastgeber und auch der Keeper des ESV zeigte einige starke Paraden, unter anderem griff er sich zwei freie Würfe und einen weiteren Siebenmeter direkt hintereinander. Ob es diese Aktionen waren, die stabile Abwehr oder die nachlassende Kraft der Sechziger, die aufgrund der Ausfälle wenig Wechseloptionen besaßen, muss offenbleiben. Die Räder nahmen nun jedoch das Heft in die Hand und bestimmten die Schlussviertelstunde. Mehrere technische Fehler auf Seiten des TSVs eine schlechte Abwehrarbeit beziehungsweise Unterzahlsituationen führten am Ende zu einer 27:32 Niederlage, die die Sechziger am Tabellenende verweilen lässt und das Ziel Klassenerhalt etwas schwerer erscheinen lässt. Das nächste Spiel ist bereits für den 6. Januar terminiert, es geht gegen den TV Gunzenhausen, den Landkreisrivalen, Lieblingskontrahenten und einzigen Gegner, gegen den bislang in der BOL gewonnen werden konnte. Doch die Gunners haben sich zuletzt stabilisiert und sind mit zwei Erfolgen in Serie am TSV vorbeigezogen. Schaun wir mal, was wird.
Die Handballherren bedanken sich beim treuen Publikum, dass die letzten Monate für unglaubliche Erlebnisse gesorgt hat und wünscht allen Freunden, Gegnern und Schiedsrichtern eine gute Weihnachtszeit und einen erfolgreichen Jahreswechsel. Wir sehen uns in der Halle!

Nicht schon wieder sagten die enttäuschten Gesichter der TSV-Handballer, blickte man nach dem Spiel gegen den TSV Rothenburg 2 auf dem Spielfeld um. Die zwei Niederlage in Folge mit einem Treffer Unterschied und die dritte äußerst knappe insgesamt. Mit etwas mehr Glück würden die Sechziger im Tabellenmittelfeld stehen, so nehmen sie mit aktuell 4:14 Punkten den vorletzten Platz in der Bezirksoberliga Mittelfranken ein. Am sehr frühen Samstagnachmittag brach man zum Duell der Reichsstädte nach Rothenburg auf. Doch nicht zu Käthe Wolfahrts Weihnachtswelt oder zum romantischen Altstadt- und Stadtmauerrundgang ging die Reise, zwei Punkte im Abstiegskampf waren das Ziel des Teams um Trainerin Sigi Rudat. Personell wird es allerdings langsam eng für den Aufsteiger aus Weißenburg, bei dem nun nicht mehr nur Lucas Schmidt, sondern auch Kapitän Daniel Wokon längerfristig ausfallen wird, nachdem er sich bei der knappen Niederlage in der Vorwoche am Knie verletzte. Dass damit nicht nur die vier dicksten Oberarme der BOL, also der Bizepsoberliga, sondern auch zwei Abwehrbollwerke und die Personifikation von Wille und Motivation in der Mannschaft fehlen, wiegt natürlich schwer.
Mit dem verbleibenden Kader war man dennoch umso mehr bereit, etwas Zählbares von der Tauber mitzubringen. War man jedoch pünktlich zum Anwurf in der Halle hatte man sehr schnell das Gefühl, dass das dieses Vorhaben genauso unmöglich war, wie einen Glühwein für unter 5€ in Rothenburgs Altstadt zu erhalten. Ganze 10 Minuten und 5 Sekunden dauerte es, bis Jakob Winkler den Ball das erste Mal – per Siebenmeter – im Rothenburger Gehäuse unterbringen konnte. Bis dahin hatte der Gastgeber bereits vier Mal getroffen und Weißenburg ebenso viele frei Torchancen frei vergeben. Egal ob frei vom Kreis, im Gegenstoß oder per Strafwurf, alle Würfe parierte der in der Anfangsphase überragende Torhüter Rothenburgs. Generell war die Angriffsleistung zu Beginn unbeschreiblich schwach und man traute sich in keine Eins-gegen-Eins-Situation und stand viel zu nah an der Abwehr. Dass die Sechziger dann doch irgendwie ins Spiel kamen lag einerseits an einem deutlich besser geordnetem Angriffs- und Abwehrverhalten, andererseits auch am Gegner, der schnell nachließ und vielleicht viel zu früh einen Haken an die Partie machte. Sechs Tore innerhalb von sechs Minuten ließen das Spiel wieder komplett offen sein, 6:6 lautete der Zwischenstand nach 16 Minuten. Mit einem Zwischenspurt zum 11:8 aus Heimsicht hatte sich der TSV Rothenburg wieder abgesetzt, doch die Weißenburger waren heute zumindest kämpferisch besser. Während die Gastgeber noch mit sich und den Schiedsrichtern haderten hatten Brechtelsbauer, Hellmich und Winkler zum 12:12 egalisiert. Dass es zur Halbzeit dann doch 14:12 für Rothenburg stand, war zwar ärgerlich, aufgrund des völlig verpatzten Beginns aber absolut im Rahmen.

Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison haben die Handball-Herren des TSV 1860 Weißenburg in der Bezirksoberliga hauchdünn mit nur einem Tor Unterschied verloren. Das 26:27 gegen den TSV Roßtal II wiegt umso schwerer, als es sich um eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten handelt. Und gegen einen Mitaufsteiger, der mit nunmehr 5:11 Punkten in der BOL-Tabelle an den Weißenburgern (4:12) vorbeiziehen konnte. Der TSV 1860 steht aktuell auf dem vorletzten Platz. In acht Partien gelang den Weißenburgern bislang erst ein Sieg (im Derby gegen Gunzenhausen) bei zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Nur ein Punkt aus den letzten sechs Spielen – diese Negativserie ist für das Team und seine Trainerin Sigrid Rudat allerdings kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir lassen uns deshalb nicht unterkriegen. Unser Ziel ist und bleibt weiterhin der Klassenerhalt“, sagt Rudat und stellt das Positive in den Vordergrund: Der bisherige Saisonverlauf habe gezeigt, dass die Sechziger als Neuling in den meisten Spielen gut mithalten können. Auch gegen Roßtal habe die Mannschaft „nie aufgesteckt“. Zudem sieht die Trainerin den hervorragenden Zusammenhalt innerhalb ihrer Truppe als großen Pluspunkt. „Wir trainieren gut, die Stimmung ist gut – allerdings belohnen wir uns momentan nicht“, stellt Rudat fest.
„Anfangs überrollt“
Auch im Heimspiel gegen die Roßtaler Landesliga-Reserve vor rund 150 Zuschauern in der Landkreishalle war zumindest ein Remis möglich und wäre sicherlich auch verdient gewesen für die Gastgeber. Kurz vor Schluss gab es die große Chance zum Ausgleich, die in einer bis zuletzt hoch spannenden und umkämpften Partie aber vergeben wurde. „Da fehlt uns vielleicht auch ein wenig die Abgebrühtheit“, glaubt „Sigi“ Rudat und findet zudem mit Blick auf nur zwei Zweiminutenstrafen (sechs waren es beim Gegner), „dass wir vielleicht auch zu brav sind“.cEin weiterer Grund für die Niederlage war obendrein die Tatsache, dass die Weißenburger über weite Strecken einem Rückstand hinterherlaufen mussten. „Roßtal hat uns anfangs überrollt, wir mussten uns dann ständig rankämpfen, was viel Energie gekostet hat“, analysierte die TSV-1860-Trainerin. Die Gäste mit einigen bayernliga-erfahrenen Routiniers in ihren Reihen lagen nach gut sechs Minuten schon mit 5:1 vorne, ehe die TSV-1860-Handballer besser ins Spiel kamen, den Gegner nicht weiter davonziehen ließen und sogar verkürzten. Praktisch mit der Halbzeitsirene traf Roßtal zum 12:15-Pausenstand.cNach dem Seitenwechsel konnten die Gäste aus dem Landkreis Fürth nochmals auf 18:13 erhöhen, doch dann kam die erfolgreiche Aufholjagd. Benedikt Sommerer erzielte rund neun Minuten vor Schluss mit seinem vierten Treffer in diesem Match den 23:23-Ausgleich. Jakob Winkler ließ dann mit seinem zweiten verwandelten Siebenmeter (insgesamt fünf Treffer) die erstmalige Führung zum 24:23 folgen.
Danach ging es in einer turbulenten Schlussphase Schlag auf Schlag hin und her. Mit seinem achten Tor an diesem Abend erzielte Roßtals Topwerfer Timo Matschl 77 Sekunden vor Schluss das 26:27. Es sollte zugleich der Siegtreffer sein, denn die Weißenburger konnten den verbleibenden letzten Angriff nicht mehr nutzen, was auch daran lag, dass Markus Hellmich (vier Tore) bei seinem Abschluss behindert wurde, was aber ungeahndet blieb.cDass es am Ende für Weißenburg nicht reichte, lag aus Sicht der Trainerin auch ein wenig am fehlenden Glück, was sich an zahlreichen Latten- und Pfostentreffern ablesen lässt, sowie am Ausfall von Kapitän Daniel Wokon (Knieverletzung) in der Schlussphase des Kellerduells. Im TSV-1860-Lager hofft man, dass er am kommenden Samstag, 25. November, um 14.30 Uhr beim Tabellenfünften TSV Rothenburg II (6:8 Punkte) wieder dabei sein kann.

Nach drei Wochen Pause und etwas Zeit zum Auskurieren diverser Blessuren traten die Handballherren des TSV 1860 Weißenburg am Sonntagabend beim Tabellennachbarn der HG Ansbach an. Waren die freien Wochenenden nun gut zum Regenerieren oder bremsten sie den Schwung, den die Sechziger in der Bezirksoberliga durchaus aufgenommen hatten? Diese Frage stellte sich vor dem siebten Saisonspiel in Ansbach. Tatsächlich kamen die Jungs von Trainerin Sigi Rudat recht gut in die Partie und hielten bis zum 6:6 nach zwölf Minuten absolut mit, auch weil Alex Symader im Weißenburger Kasten einen guten Job verrichtete. Doch dann versagten den Weißenburger Werfern zu oft trotz guter Chancen die Nerven und man gab dem Ansbacher Torhüter Gelegenheit, sich zu zeigen. Egal, wer sich am Torwurf versuchte, viel zu selten fand der Ball sein Ziel ins Ansbacher Tor. Variantenreicher und abgezockter präsentierten sich dagegen die Hausherren, die nun immer stärker in der eigenen Offensive wurden und Tor um Tor vorlegten. Bis zur Pause waren es dann schon sieben Treffer, die die Sechziger im Rückstand lagen. Nach der Pause gelang es dann jedoch tatsächlich, den Abstand nochmals deutlich zu verkürzen, 28:25 stand es nach 43 gespielten Minuten. Doch all das kostete Kraft, die am Ende fehlte. Auch, um die Konzentration hochzuhalten und cleverer zu agieren. Im Laufe des Spiels wurden verschiedenste Abwehrsysteme ausprobiert, so wirklichen Zugriff bekamen die Weißenburger jedoch nie, was bei der hohen Gegentrefferzahl von 38 Toren deutlich erkennbar ist. So negativ die Defensivleistung zu bewerten ist, darf und muss auch erwähnt bleiben, dass die Angriffsleistung über weite Strecken als gut zu bewerten ist. Lukas Krach am Kreis sorgte immer wieder für Zeitstrafen beim Gegner sowie damit einhergehend Strafwürfe für den TSV, die bis auf einen alle verwandelt werden konnten. Toptorschütze war diesmal Hannes Kürpik, der aus allen Lagen feuerte und sieben Treffer markierte. Es war also nicht alles schlecht, wenn man sich nun auf das nächste Spiel vorbereitet. Dieses findet am kommenden Samstag zu später Uhrzeit in der Landkreishalle statt: Um 20:30 Uhr wartet der Mitaufsteiger vom TSV Roßtal 2 auf die Sechziger, die da noch eine Niederlage aus der Relegation gutzumachen haben.

Drama können unsere Handball-Herren: Das hat man in den bisherigen Bezirksoberligaspielen bereits bewiesen. Ein erneut knappes Ding erlebten die zahlreichen Zuschauer in der Landkreishalle am Sonntagabend. Der Gegner war die HG Zirndorf, den die Sechziger mit vollem Kader und sehr motiviert empfingen. Das Training unter der Woche verlief sehr gut, so dass man zwar mit großem Respekt, jedoch nicht ohne Selbstbewusstsein in die Heimpartie ging.
Respekt war auch durchaus angebracht, war doch schnell klar, dass die homogene und junge Truppe aus Zirndorf aus sehr schnellen, sprung- und auch wurfgewaltigen Spielern besteht. Gegen diese kamen die Sechziger dann auch etwas schleppend in die Begegnung. Nach 10 Minuten stand es 4:4, wobei die Hausherren jedes Mal die Führung der Gäste auszugleichen hatten. Auch bis zum 7:7 blieb man dran, musste sich jedoch jedes Tor aufwändig erarbeiten gegen eine gute Zirndorfer Defensive inklusive starkem Torhüter. Einen solchen hatte der TSV an diesem Abend jedoch auch zu bieten. Die HG Zirndorf wurde zunehmend stärker, 8:12 stand es zwischendurch. Dass der Abstand danach nie mehr als drei Tore betrug, war vor allem ein Verdienst von Tobias Meierhuber im Kasten der Weißenburger. Einige freie Würfe und sogar Bälle von außen wurden von ihm in unnachahmlicher Art pariert. Somit blieb man immer in Schlagdistanz und gestaltete das Spiel weiter offen. 12:13 und 14:15 waren die knappen Zwischenstände, die einer stark kämpfenden TSV-Mannschaft zu verdanken waren. Mit 14:16 ging es in die Pause, somit war die Messe noch lange nicht gelesen, das Spiel noch nicht entschieden. Der Respekt wurde dann spätestens nach der Halbzeitpause abgelegt. Immer besser kam der TSV ins Rollen und es entwickelte sich ein sehr intensives Spiel. Die Abwehr entwickelte sich zum absoluten Faktor. Immer besser wurde die Offensive der HG Zirndorf kontrolliert. Auch Tobias Meierhuber war weiterhin zur Stelle, wenn mal eine wichtige Parade benötigt wurde. Im Angriff kombinierte man sich immer wieder zu guten Chancen, vergab diese jedoch leider viel zu häufig. Was sehr gut funktionierte war das Spiel mit zwei Kreisläufen. Michael Butz mit drei Toren sorgte hier für dauernde Gefahr vor dem Gästetor. Mit 25:23 ging es dann in die letzten 12 Minuten der Partie. Und die wurden nochmals intensiver. Der TSV kam nun gänzlich über den Willen. Und der hatte an diesem Abend einen Namen und einen mächtigen Bizeps. Daniel Wokon warf sich in der Abwehr in jedem Zweikampf und stoppte wiederholt die Angriffe der Gäste. Zudem war er mit sechs Treffern bester Torschütze aus dem Spiel heraus. Drei Zeitstrafen auf beiden Seiten in den letzten zehn Minuten belegen, wie umkämpft das Spiel war. Zirndorf glich aus, Weißenburg legte wieder vor. Die Spannung war kaum auszuhalten und die Landkreishalle wurde laut. Siebzig Sekunden vor Schluss markierte Jakob Winkler per Siebenmeter die umjubelte 28:27 Führung und zumindest ein Punkt schien sicher. Der Ausgleich von Zirndorf erfolgte 30 Sekunden vor Schluss. Zeit genug für die Sechziger also, um noch einen letzten Angriff erfolgreich abzuschließen. Dieser wurde wiederum sehr gut ausgespielt und Basti Rudat bekam auf Außen die letzte Wurfchance des Spiels. Dabei wurde er jedoch grob gefoult und verletzte sich. Zum fälligen Strafwurf nach Ablauf der regulären Spielzeit trat Jakob Winkler an. Zuvor vier Mal von der Linie erfolgreich, wurde dieser allerletzte Wurf nun vom Gästekeeper pariert und das Unentschieden hatte Bestand. Gegen eine starke Zirndorfer Mannschaft holte man somit einem Punkt, der sich aufgrund der großen Chance ein wenig wie eine Niederlage anfühlte. Trainerin Sigi Rudat war dennoch zufrieden, schließlich traf man auf einen starken Gegner, der vor allem im ersten Durchgang mehr vom Spiel hatte und eine hohe Qualität auf die Platte brachte.
Die Sechziger haben nun zwei spielfreie Wochenende vor sich. Weiter geht’s dann auswärts bei der HG Ansbach, wenn zwei neue Punkte zu verteilen sind.

Den Spitzenreiter in der Vorwoche, nun den Tabellenzweiten – ein hartes Programm hatten die Handballer des TSV 1860 an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu absolvieren. War die Heimniederlage gegen den HBC Nürnberg 2 vor Wochenfrist noch recht knapp ausgefallen bei der man durchaus mithalten konnte, so war die Begegnung mit der SG Kernfranken recht früh eine deutliche Angelegenheit. Am Ende stand eine 24:33-Niederlage auf dem Spielbericht, die die Sechziger aber nicht entmutigen darf.
Erneut musste Trainierin Sigi Rudat auf Spieler verzichten, so dass bei bislang keinem Spiel der Kader in kompletter Stärke aufgeboten werden konnte. Diesmal waren es Michael Butz und Torwart Alexander Symader, die nicht dabei waren beziehungsweise verletzt aussetzen mussten. Dennoch war die Stimmung vor dem Anpfiff gegen die SG Kernfranken gut, waren die letzten Begegnungen bei verschiedensten Gelegenheiten immer spannend, aber dennoch sehr fair und freundschaftlich abgelaufen. So gestaltete sich dann auch die Partie, auch wenn der Blick auf die Zeitstrafenliste – insgesamt gab es 16 Hinausstellungen – etwas anderes aussagt. Nicht nur einmal schüttelten die Beteiligten die Köpfe aufgrund mancher Entscheidung der Unparteiischen. Wenn das dann beide Mannschaften synchron machen, dann sagt das durchaus etwas aus.
Zu Beginn hatte die Rudat-Truppe etwas Probleme in die Partie zu kommen, konnte dann aber mit Verzögerung aktiv am Spiel teilnehmen und glich nach 0:2 Rückstand zum 2:2 aus. Über 3:4 drehte man den Spielstand auf 6:5 und 7:6, kassierte dann aber binnen weniger Minuten drei Zeitstrafen (inklusive Kopfschütteln) und verlor erneut den Faden und den Anschluss. Mit einem 6:1-Lauf preschte die SG Kernfranken nach vorne und übernahm mit 12:8 die Spielkontrolle. In der Abwehr waren die Sechziger zwar im Hintertreffen, wirkliche Probleme bereitete jedoch der Angriff, wo oftmals zu schnell und unüberlegt abgeschlossen wurde oder alle Bemühungen in der guten und erlaubt-aggressiven Deckung der Gastgeber endeten. Auch die vollbesetzte Halle und die ausgelassene Stimmung – der Gegner bestritt sein Kirchweihspiel – sorgten dafür, dass die Sechziger sich vielleicht etwas mehr beeindruckt zeigten, als sie das hätten tun sollen. Bis zur Halbzeit wuchs der Rückstand auf 12:18, ärgerlich und vermeidbar, aber dem Spielverlauf entsprechend.
Im zweiten Durchgang änderte sich erstmal nichts, Kernfanken blieb am Drücker und der TSV konnte nur reagieren. Meist waren es acht Tore, denen man hinterherlaufen musste. Mit zunehmender Spielzeit kehrte aber die Spielfreude zurück und einige tolle Chancen wurden erarbeitet. Basti Rudat als genialer Vorbereiter und Lukas Krack am Kreis zeigten ein paar gelungene Kombinationen. Leider wurden jedoch auch einige gute Möglichkeiten frei vorm Tor vergeben, die zwar hervorragend ausgespielt aber am Ende dann nicht verwandelt wurden, da der Heimtorwart in den direkten Duellen des Öfteren Sieger blieb. Dennoch kam man rund um die 50. Minute wieder etwas näher, 23:28 stand es da aus TSV-Sicht. Der Lauf wurde dann aber erneut durch Unterzahlsituationen unterbrochen und Kernfranken fand zurück in die Spur. Am Ende stand eine 24:33-Niederlage zu Buche, die verdient aber hoffentlich lehrreich war. Ein wirklich schlechtes Spiel zeigten die Sechziger nämlich nicht, fanden aber in der SG Kernfranken ihren Meister und hätten, um das Spiel knapper zu gestalten, die kompletten 60 Minuten hellwach sein müssen.
Weiter geht´s am Sonntag um 18:00 in der Landkreishalle gegen die HG Zirndorf, aktuell Tabellenfünfter mit 4:2 Punkten. Mit einer vollen und lauten Halle ist wie immer alles möglich.

Spielverlauf: 2:0, 3:2, 6:6, 10:8, 16:10, 18:12 Halbzeit – 21:14, 24:16, 27:20, 28:23, 33:24 Ende

Siebenmeter: SG Kernfranken 4/3; TSV Weißenburg 5/3

Zeitstrafen: SG Kernfranken 16 Minuten; TSV Weißenburg 16 Minuten

Für den TSV 1860 Weißenburg spielten: Tobias Meierhuber, Simon Sulk (beide Tor), Sebastian Rudat 1, Lucas Schmidt, Markus Hellmich 2, Hannes Kürpik 1, Tim Lukas, Benedikt Sommerer 7, Daniel Wokon 3, Johannes Brechtelsbauer 3, Jakob Winkler 3/3 und Lukas Krach 4.

Als Aufsteiger beim Mitaufsteiger TSV Wendelstein anzutreten, da rechnet man sich normalerweise etwas aus, vor allem, wenn man wie im Fall unseres TSV 1860 mit 3:1 Punkten höchst ansehnlich in die Liga gestartet ist. Wenn man dann aber sechs Ausfälle zu beklagen hat, dann schwinden die Hoffnungen und die Erwartungen ans Auswärtsspiel sinken. Und am Ende verliert man nur hauchdünn und ärgert sich über die verpasste Chance, weitere Punkte einzusammeln. Aufgrund von Verletzungen, Krankheit, Urlaub und Arbeit musste Trainerin Sigi Rudat improvisieren. Improvisieren bedeutete in dem Fall, dass die Oldies Florian Wein und Markus Brunnenmeier als Back Up mitgenommen wurden und Torhüter Alex Symader zeitweise im Feld spielte. Unter diesen Umständen startete man sehr gut ins Spiel und lag nach vier Minuten mit 0:2 in Führung. Auch in der Folge funktionierte das Zusammenspiel besser als erwartet und die Sechziger legten ein 1:5 und ein 4:8 (19. Minute) vor. Die Gastgeber nahmen daraufhin erstmal eine Auszeit, um sich zu sortieren. Bis dahin hatten Sebastian Rudat mit drei Strafwürfen und der umgeschulte Alex Symader mit zwei Toren für überraschte Wendelsteiner gesorgt. Die Auszeit zeigte mittelfristig Erfolg, denn die Hausherren verkürzten bis zur Pause auf 10:12, wobei der Pausenstand durch das erste Tor des Neuzugangs Flo Beierlein erfolgte, der es sonst eher gewohnt ist, den Ball in den Korb zu legen. Auch nach der Pause blieben die Sechziger erstaunlicherweise immer am Drücker und gerieten nie in Rückstand. Eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft blieb meistens mit einem oder zwei Treffern vorne. Bedanken durfte man sich sowohl beim sehr starken Tobi Meierhuber im TSV-Kasten, der einige Hundertprozenter der Wendelsteiner abfing, als auch bei Basti Rudat und Bene Sommerer, die beide komplett durchspielten und hinten Bälle abfingen, um sie vorne wieder zu verteilen. Zeitweise wurde nämlich mit zwei Kreisläufern gespielt, was entweder direkt zu Toren oder eben zu Strafwürfen führte, die Basti Rudat überragend sicher verwandelte.

Fragt man zufällig Passanten, wo sie waren, als große Schlachten geschlagen wurden erhält man meistens: „333, bei Issos Keilerei? Ja… äääh... weiß ich nicht mehr…“. „Die Schlacht bei Mühldorf? 1322? Moment… Schweppermann, richtig? Sorry, vergessen!“ „Admiral Nelson gegen die Spanische Armada? Mhhh. Kann mich nicht erinnern!“ Anders schaut es aus beim epischen Aufeinandertreffen des Bezirksoberliga-Neulings TSV Weißenburg gegen den Lokal-, Kreis- und ewigen Rivalen vom TV Gunzenhausen. Jeder, darauf angesprochen, wird glücklich lächeln und sagen, Er/Sie war dabei. So ganz unwahrscheinlich ist das auch nicht, schließlich war die Landkreishalle wiedermal hervorragend gefüllt, mehr als 200 Zuschauer waren Zeuge eines historischen Ereignisses. Nun gut, ganz so weltgeschichtlich bedeutend wie die vorgenannten Ereignisse war das Spiel am Sonntagabend dann doch nicht. Aber immerhin war es das erste BOL-Heimspiel der Vereinsgeschichte und einer der wenigen deutlichen Siege gegen die Freunde aus Gunzenhausen. Mit einem klaren 36:29 (20:14) fertigte man die Mannschaft um Spielertrainer Benni Franz ab und schickte sie zurück an die Altmühl.
Dabei hatte man höchsten Respekt vor dem TVG, der den Schritt (zurück) in die BOL schon letztes Jahr geschafft hatte, als man den TSV 1860 in Hin- und Rückspiel in der Relegation hauchdünn schlagen konnte. Mit den bewährten Kräften Szmal, Albingier sowie vielen jungen schnellen Spielern wartete Einiges an Qualität auf die Jungs von Trainerin Sigi Rudat, die auf Johannes Brechtesbauer sowie Johannes Baur verzichten musste, dafür Hannes Kürpik wieder im Einsatz hatte.
Und es ging direkt mit Tempo von beiden Seiten los. Basti Rudat erzielte das 1:0 im ersten Angriff und Gunzenhausen glich postwendend aus. Ein unglaublich schnelles Spiel, das beide Teams an den Tag legten, acht Tore nach fünf Minuten legen ein deutliches Zeugnis ab. Dass der Zwischenstand in der frühen Phase 5:3 lautete, lag an vier Rudat-Toren, wovon drei souverän per Strafwurf erzielt wurden. Gunzenhausen hatte nämlich alle Mühe, die agilen und zielgesteuerten Sechziger am Abschluss zu hindern, was eigentlich nur per Foul möglich war. Das Zusammenspiel im Angriff funktionierte ausnahmslos perfekt, es wurde schnell und sauber kombiniert und vor allem, sonst das Manko des TSVs, konsequent abgeschlossen. Hinten konnten mehrere Bälle abgefangen werden, was zu einfachen Toren per Gegenstoß führte. Alex Symader im Tor und später Tobi Meierhuber machten ihre Sache mehr als zufriedenstellend und parierten einige Wurfversuche der Gäste. Die waren sichtlich genervt und versuchten es hauptsächlich mit Einzelaktionen oder über den Kreis, was nur bedingt erfolgreich war. Weißenburg blieb auf hoher Drehzahl und legte Tor um Tor nach. Abwehrexperte Lucas Schmidt mit drei Toren in Folge, Michael Butz und Tim Lukas, der, wenn auf der Platte, ein sehr gutes Spiel zeigte, ließen den Vorsprung auf 17:11 anwachsen. Zuvor war Hannes Kürpik eingewechselt worden, der mit fehlerfreien Abschlüssen aus dem Rückraum drei Tore in vier Minuten markierte. Man merkte, es wird Herbst und damit Kürbiszeit…
Tatsächlich blieb der Vorsprung bis zur Pause bestehen, in die die Sechziger mit 20:14 gingen. Die Zuschauer waren begeistert, die Gäste um Spielertrainer Franz eher weniger. Nicht nachlassen und direkt konzentriert weitermachen war das Motto für den zweiten Durchgang und keinesfalls das Spiel schon als gewonnen verbuchen.
Zwei Tore durch Krach und Wokon bedeuteten einen sehr hübsch anzuschauenden Vorsprung von 22:14, doch Gunzenhausen kam auch wieder ins Spiel. Zählbar zu verkürzen gelang den „Gunners“ jedoch nicht, ein 22:17 war die knappste Annäherung an die Sechziger in der gesamten zweiten Hälfte. Die spielten nämlich weiterhin wie aus einem Guss und auch die zweite Zeitstrafe für Daniel Wokon, der nun etwas aufpassen musste, ließ die Abwehrstärke an diesem Abend nicht schwinden. Der Höhepunkt war dann das 34:24 durch Jakob Winkler, der den Vorsprung kurzzeitig zweistellig stellte. Die Partie war da natürlich schon lange gelaufen, zu kompakt und stark präsentierten sich die Hausherren, die am Ende mit einem mehr als überzeugenden 36:29 das Kreisderby für sich entschieden und damit nach zwei Spielen in der neuen Spielklasse noch ungeschlagen sind.
Am nächsten Sonntag geht es wieder auswärts, diesmal zum Mitaufsteiger TSV Wendelstein, dem man in der Relegation vor wenigen Monaten zwei Mal unterlag. Mit der am Sonntag gezeigten Leistung ist aber auch in diesem Duell durchaus etwas drin.

Historische Dinge beginnen nicht immer zwangsläufig mit 45 Minuten Autofahrt in den Nürnberger Westen. Für die Handballherren des TSV 1860 Weissenburg galt dies allerdings am Samstagnachmittag, als sie sich aufmachten, das erste Bezirksoberligaspiel der Vereinsgeschichte zu bestreiten. Es ging auswärts gegen den ESV Flügelrad, der seit vielen Jahren fester Bestandteil der höchsten Klasse Mittelfrankens ist.
So wirklich wusste man nicht, wo man steht im Vergleich zu den anderen Mannschaften der Klasse. Von daher hätte Trainerin Sigi Rudat die Punkteteilung, die nach 60 Minuten auf der Anzeige mit dem Ergebnis von 25:25 zu lesen war, sicher blind eingepackt. So ganz konnte man nach dem Spiel jedoch nicht zufrieden sein. Mit etwas mehr Konsequenz wäre nämlich auch ein Sieg im Premierenspiel möglich gewesen. Aufgrund des engen Spielverlaufes und des Rückstandes kurz vor Schluss hätte allerdings auch eine Niederlage verbucht werden können. Beschweren hätten man sich darüber auch nicht dürfen.
Mit zwölf Spielern (Hannes Kürpik weilte im Urlaub und Michael Butz gab den Cotrainer) ging es in die Partie bei den „Rädern“. Direkt mit dem ersten Angriff musste man das 0:1 schlucken. In den folgenden zehn Minuten merkten die Sechziger, dass in der neuen Liga doch ein etwas anderer Wind weht. Man konnte zwar mithalten, die letzten Prozente in Angriff und Abwehr fehlten jedoch noch und es stand bald 5:3 für die Hausherren. Langsam akklimatisierten sich die Römerstädter jedoch und dank guten Aktionen von Alex Symader im Tor und konsequenten Abschlüssen im Angriff ging man mit 7:10 in Führung. Basti Rudat mit guten Ideen (und Toren) sowie Daniel Wokon mit der gewohnten Wucht nahmen sich dabei der Sache dankenswerterweise an. Die Gastgeber waren doch etwas verwundert ob der Gegenwehr und brauchten die letzten Minuten des ersten Durchgangs, um sich wieder heranzukämpfen und zum 14:14 Halbzeitstand auszugleichen. Eine gute Defensivleistung sowie mehr Variabilität im Angriff, gepaart mit dem immer anspielbereiten Lukas Krach am Kreis, waren Weißenburgs Stärken in den ersten 30 Minuten.

Mit dem Crazy Frog, einem JAMBA!-Abo und einer Niederlage in die Bezirksoberliga – Herren verlieren 26:34 im letzten Saisonspiel beim TSV Wendelstein: Es gibt Niederlagen, die tun extrem weh. Dann gibt es Niederlagen, die sind zu erwarten und schmerzen dennoch. Und dann sind da noch die Niederlagen, die einen sogar ein kleines bisschen stolz machen können. Zu letzterer Kategorie gehörte sicherlich das 26:34 am Samstagabend gegen den Gesamtmeister der Bezirksliga Mittelfranken, gegen den die Sechziger in der Vorwoche bei der 28:32 Heimniederlage einen grandiosen Handball vor gut 300 Zuschauern zeigten und bereits vor dem Spiel als Aufsteiger feststanden und nun trotz Personalnot zumindest ein ordentliches Spiel ablieferten.
Es war klar, dass es eigentlich nur noch darum ging, die Saison zu einem guten Ende zu bringen, sich nicht zu verletzen und Spaß zu haben, eine Eigenschaft, die die Herren vom TSV Weißenburg bereits die ganze Saison über erfolgreich sein ließ.
Dass man vor großer Kulisse in Wendelstein ohne abschließenden Erfolg heimkehrte lag dann weniger daran, dass man keinen Spaß und keinen Ehrgeiz hatte. Es war eher damit begründet, dass gleich vier Stammspieler dem Ruf der Insel folgten und mögliche Locations für ein anstehendes Trainingslager auf Deutschlands beliebtester Insel testeten. Dass dann auch noch ein erkrankter Hannes Kürpik fehlte ließ Trainerin Sigrid Rudat etwas in Personalnot kommen. Kurzerhand wurden Fritz Rudat und Florian Wein aus dem Ruhestand geholt, so dass etwas Personalalternativen vorhanden waren. Der multifunktionale Torhüter Alex Symader wechselte mal wieder aufs Feld, dafür durfte Simon Sulk in seinem letzten Spiel vor der Altersteilzeit fast sechzig Minuten durchspielen.
Dass die Sechziger gegen den starken und vor allem schnellen - in vielen Belangen sogar beängstigend schnellen - Wendelsteinern an diesem Tag wenig Chancen haben würden, war zu Beginn bereits ersichtlich. Neben einer gut gefüllten Halle mit Event-Charakter hatten die Wendelsteiner auch noch den Anspruch, die Saison ohne Niederlage abzuschließen. Bereits nach dreieinhalb Minuten hatten die Gastgeber das anfängliche 0:1 durch Daniel Wokon in ein 3:1 gedreht und der international renommierte Hallensprecher/DJ/Handytonverkäufer hatte allen Anlass, den Crazy Frog und weitere beliebte Klingeltonmelodien der frühen 2000er bei Torerfolgen abzuspielen. Beim Stand von 2:7 aus Weißenburger Sicht – es waren grade einmal acht Minuten gespielt - hatte man genug davon, überrollt zu werden und sich zu allem Übel auch noch mit Klingeltonabonnements beschallt zu lassen. Die Abwehr wurde etwas stabiler und auch im Angriff wurden nun die Chancen endlich genutzt. So sehr man dann jedoch verlangend zum DJ an der Seitenlinie schaute, die Jubelmusik blieb aus. Aus dem frühen und hohen Rückstand wurde ein späterer und nicht ganz so hoher Rückstand, als Johannes Brechtelsbauer nach gut zwanzig Minuten einen Siebenmeter zum 8:13 verwandelte. Am recht deutlichen Pausenstand von 11:18 änderte das freilich nicht allzu viel. Aufgrund der personellen Besetzung war man jedoch froh, mehr als zehn Tore geworfen und weniger als 20 kassiert zu haben.

Eine vollbesetzte Halle und ein vorzeitiger Aufstieg, dazu ein hochwertiger Gegner und jede Menge Lust auf Handball – der lange Handballtag am Samstag in der Landkreishalle hatte alles, um ein perfekter zu werden. Ganz perfekt wurde er leider nicht, denn die Damen hatten das Vorspiel gegen Ansbach verloren und auch die Herren mussten sich nach 60 intensiven Minuten dem Kontrahenten aus Wendelstein geschlagen geben. Der Stimmung vor, während und nach dem Spiel machte dies jedoch nichts, schließlich wussten es die meisten der gut 300 Zuschauer bereits: Der TSV Altenberg hatte gegen den TSV Roßtal 2 verloren und ist somit nicht mehr in der Lage, die Handballer des TSV 1860 Weißenburg vom dritten Platz zu verdrängen, der zum Aufstieg in die Bezirksoberliga berechtigt.
Somit konnte man ohne Angst ins Duell mit dem Meister der Staffel 1 gehen, die in den Playoffs bislang verlustpunktfrei waren und als starker Gegner eingeschätzt wurden. Dass die Jungs von Sigi Rudat dennoch etwas reißen wollten war klar und das war man dem Publikum auch schuldig, welches die Landkreishalle bis auf den letzten Platz füllte. Gegen den erwartet schweren Gegner entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Mal waren die Gastgeber ein Tor vorne, mal waren es die Wendelsteiner, die knapp in Front lagen. Ein Spiel auf hohem Niveau, das einen Vorgeschmack auf die kommende BOL-Saison bot. Vor allem für Freunde des harten aber fairen Abwehrspiels hatten beide Teams etwas mitgebracht. Abwehrexperte Lucas Schmidt hatte endlich mal jemanden von seinem Format gefunden und auch die anderen Spieler wussten mit guten Aktionen und Ballgewinnen zu überzeugen. So war in den ersten zwanzig Minuten die Abwehr das Paradestück des Weißenburger Vorstellung, während im Angriff zwar viel, aber nicht alles klappte. Manchmal etwas zu umständlich oder nicht ganz ausgreift waren die Aktionen in der Offensive, so dass sich nach 23 Minuten, es stand 10:10, die Wendelsteiner einen Vorteil erspielen konnten. Mit einem 2:6 Lauf stellten die Gäste auf einen Halbzeitstand von 12:16 aus Sicht der Sechziger, der ärgerlich und vermeidbar war. Vor allem technische Fehler waren es, die den Wendelsteinern die Bälle in die Hände gaben und die diese dann umgehend im Sechziger-Tor unterbrachten. Das sollte und musste in der zweiten Hälfte besser werden, wollte man sich noch einen Sieg in den Play Offs sichern.


Der Vorsatz ging jedoch leider nach hinten los und man lag zwei Minuten nach Wiederanpfiff, begünstigt durch drei technische Fehler in Folge, mit 13:19 im Rückstand. Langsam, und hauptsächlich dank einer bärenstarken Phase von Lukas Krach am Kreis, konnten sich die Gastgeber jedoch berappeln. Was Krach nicht einnetzte wurde zum Siebenmeter, den Jakob Winkler sicher verwandelte. Mit dem 18:21 war der Anschluss wieder hergestellt und man kam langsam in die heiße Phase der Partie. Highlight der zweiten Hälfte war sicherlich die spektakuläre Dreifach-Parade von Alex Symader im Weißenburger Tor, der einen Siebenmeter mit zwei anschließenden freien Nachwürfen parieren konnte. Den vierten Wurf musste er dann passieren lassen. Spätestens jetzt war die Halle aber elektrisiert und klatschte, trommelte und brüllte die Sechziger nach vorne. Es dauerte etwas, doch tatsächlich gelang der Ausgleich, 25:25 stand es nach 47 Minuten und die Halle bebte. Dass daraus keine erneute Führung erwuchs lag dann am Torhüter der Gäste, der in der letzten Viertelstunde mehrere Glanzparaden zeigte und die Weißenburger zur Verzweiflung trieb. Acht Minuten blieben die Sechziger somit ohne Torerfolg, während der Staffel-1-Meister wieder einen Vorsprung von vier Treffern herauswarf. Ein Siebenmeter von Johannes Brechtelsbauer zum 26:29 fünf Minuten vor dem Ende brachte nochmals kurz Hoffnung, die aber brutalst durch drei Tore Wendelsteins vernichtet wurde. Mit zwei Weißenburger Treffern in der letzten Minute wurde nochmal Kosmetik betrieben und die Niederlage war mit vier Toren Unterschied dann auch nicht höher als verdient. 28:32 verlor man nach insgesamt gutem Spiel gegen den Mitaufsteiger, gegen den es dann in der Saison 23/24 zu zwei Begegnungen kommen wird. Die Mannschaft von Trainerin Sigi Rudat kann sich dann auf viele weitere Handballfeste freuen. Die Zuschauer kommen dann hoffentlich weiterhin so zahlreich, denn man merkte eindeutig: Weißenburg hat Bock auf Handball ! Am Samstag trifft man sich dann zum Rückspiel in Wendelstein, Anwurf ist um 19:00 Uhr.

Im ersten Play-off Spiel zum Aufstieg in die Bezirksoberliga mussten die Handballer des TSV 1860 Weißenburg bei der zweiten Mannschaft des TSV Roßtal antreten. Die mitgereisten Unterstützer aus Weißenburg sahen ein über weite Strecken sehr ansehnliches Spiel, das durchaus schon einen Eindruck vermittelte, wie es in der nächsten Saison aussehen könnte, wenn es die Mannschaft von Sigi Rudat denn schaffen sollte, als eine von drei Mannschaften in die Bezirksoberliga aufzusteigen. Die erste Chance, dem Aufstieg näher zu kommen, wurde allerdings am Sonntagabend vergeben. Die Sechziger trafen auf eine starke Bayernliga-Reserve, die unbedingt zurück in die Bezirksoberliga möchte. Den Weißenburger Werfern körperlich überlegen und einen technisch guten und schnellen Handball spielend, waren sie der erwartet unangenehme Gegner. Zu Beginn konnten die Sechziger noch mithalten, mussten sich jedoch jedes Tor hart erarbeiten. Die Gastgeber dagegen kamen immer wieder zu einfachen Treffen, da vor allem die Rückraumschützen von der TSV-Defensive zu wenig Gegenwehr erfuhren. Nach etwa 22 Minuten, es stand 12:11 für die Hausherren, mussten die Weißenburger abreißen lassen und gelangten über 17:11 zu einem 19:14 Rückstand zur Halbzeit. Bis dahin sahen die Zuschauer eine körperbetonte Partie, in der Roßtal bereits drei Zeitstrafen und eine rote Karte erhalten hatte. Weißenburg spielte wesentlich disziplinierter, war aber auch oftmals in der Abwehr zu zaghaft und nicht nah genug am Gegner. Ein wenig mehr Härte wäre an dieser Stelle vielleicht nicht verkehrt gewesen.
Im zweiten Durchgang wechselte Alexander Symader vom Feld ins Tor und war damit der dritte Keeper am Abend, nachdem Tobias Meierhuber und Simon Sulk kein Mittel gegen die wurfgewaltigen Rückraumwerfer Roßtals gefunden hatten. Die Abwehr agierte nun wesentlich konsequenter und auch im Angriff fand man häufiger Lücken. Vor allem über Außen fielen einfache Tore, dazu kam die hundertprozentige Ausbeute vom Siebenmeterstrich. Jakob Winkler und Johannes Brechtelsbauer leisteten sich hier keine Fehler. Generell klappte im Angriff durchaus viel. Zusammen mit der wesentlich verbesserten Abwehr und dem guten Alexander Symader zwischen den Pfosten konnte man sich langsam aber sicher zurück ins Spiel kämpfen. Zunächst mit sechs Treffern im Rückstand, waren es zur Mitte der zweiten Hälfte nur noch deren drei, kurz darauf sogar nur noch zwei. Der direkte Anschluss gelang jedoch nicht und 4 Minuten vor dem Ende war Roßtal wieder auf vier Tore davongezogen. Doch mit drei Toren in Folge innerhalb einer Minute machten es die Weißenburger nochmals spannend, 33:32 stand es daraufhin auf der Anzeige. Der Ausgleich sollte jedoch nicht mehr fallen und so verloren die Weißenburger knapp mit 33:34 gegen eine sehr starke Roßtaler Mannschaft. Ohne die Schwächephase in der ersten Halbzeit wäre hier sicher mehr drin gewesen. Aufbauend auf die Leistung der zweiten Hälfte darf man jedoch verhalten optimistisch sein, dass im Rückspiel am kommenden Sonntag etwas Zählbares herausspringt. Die Jungs hätten es sich auch heute verdient gehabt. Anwurf am Sonntag ist um 17:00 Uhr, gespielt wird in der Sporthalle Ellingen.

Do or die, so einfach war die Partie am Samstagabend in Heilsbronn bei der SG Kernfranken 2 runterzubrechen. Die Sechziger um Trainerin Sigi Rudat mussten gewinnen, dann war noch alles drin – der zweite Tabellenplatz zementiert und bei einem Ausrutscher des Spitzenreiters von TSV Altenberg gegen den Dritten von der Tuspo Nürnberg sogar die Tabellenführung am letzten Spieltag. Klar war aber: Bei einer Niederlage wäre man darauf angewiesen, dass Altenberg gegen starke Nürnberger gewinnt, sonst wäre man zum Schluss Dritter und hätte die goldene Ananas gewonnen. Bis die Weißenburger Handballer am Ende über den eigenen Sieg jubeln durften dauerte es jedoch lange 60 Minuten. Als Novum stand zunächst die Anreise mit Reisebus an, der dankenswerterweise von Engeler Reisen gestiftet wurde. Voll besetzt mit lautstarkem Anhang kam man nördlich von Ansbach an und machte sich konzentriert daran, die Partie früh zu kontrollieren. Das gelang hervorragend und der TSV übernahm frühzeitig die Initiative. Mit 2:0 nach drei und 5:1 nach acht Minuten zeigten die Gäste aus der Römerstadt gleich zu Beginn, dass man keine Zweifel daran aufkommen lassen wollte, die eigenen Hausaufgaben fehlerfrei zu erledigen. Die Abwehr agierte konsequent und ließ wenig zu. Wenn Kernfranken doch einmal durchkam, konnte Tobias Radlerhuber immer mal wieder einen Ball entschärfen, so dass die wenigen Fehler in Angriff und Abwehr kaum ins Gewicht fielen. Die Trefferquote bei eigenem Angriff war minimal und es wurde um jeden Ball gekämpft. Bezeichnend, dass Lucas Schmidt und Michael Butz jeweils im Nachsetzen Abpraller erobern konnten und wichtige Tore erzielten. Lucas Schmidt war es auch, der grade zu Beginn viele Akzente setzte. Neben der bekannt körperbetonten Abwehrarbeit, die ja mehrere Monate verletzungsbedingt vermisst wurde, erzielte er alle seine drei Treffer in der Anfangsviertelstunde und trug entscheidend dazu bei, dass man nach 17 Minuten recht komfortabel mit 4:10 aus Gastgebersicht führte. Johannes Brechtelsbauer verwandelte seine Strafwürfe sicher und mit 6:12 nach 22 Minuten konnte man erstmal durchschnaufen, der erste Druck war weg. Ebenfalls eine Erleichterung für die Sechziger war die Rote Karte gegen den SG-Kreisläufer, der Daniel Wokon bei einer Abwehrbewegung im Gesicht traf. Absicht war das sicher keine, die Disqualifikation jedoch alternativlos. So wurde der Gastgeber eines wichtigen Zielspielers beraubt, der zuvor immer wieder am Kreis für Räume gesorgt hatte. Nun konnte die TSV-Abwehr die Abwehrmitte wieder besser verdichten und ließ fast nur noch Treffer über die Außen oder in Eins-gegen-Eins zu. Mit 11:16, Kernfranken schaffte es, den Abstand zumindest nicht größer werden zu lassen, ging es in die Pause. Aus der kehrten die Sechziger diesmal besonders wach zurück. Waren es oftmals die ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff, in denen die Konzentration erst mit Verzögerung aus der Kabine kam, so gab es diesbezüglich nichts zu meckern. In diesen zehn Minuten machten die Weißenburger Werfer aus dem 11:16 Halbzeitstand rasch ein 14:21 und hatten die Partie damit schon halb im Sack. Dass der noch nicht zugebunden werden konnte lag an überhasteten Abschlüssen im Angriff und einer kurzzeitigen Unsicherheit, für die es vermutlich auch nach ausgiebiger Analyse keine Erklärung geben wird. Kernfranken verkürzte mehrmals auf vier Treffer, Weißenburg spielte deutlich schlechter als zuvor. Sogar bis auf drei Tore kam der Gastgeber wieder heran, sieben Minuten waren da aber auch nur noch zu spielen. Immer wieder hatte man das Gefühl, es würde noch eng werden, wobei der Vorsprung immer mindestens drei, meist vier Tore betrug. Kein Grund also, hektisch zu werden und so spielte man den Vorsprung nicht unbedingt schön aber erfolgreich zu Ende. Mit 28:24 gewannen die Jungs von Sigi Rudat ihr letztes Saisonspiel. Da man das Ergebnis des kurz zuvor beendeten Parallelspiels während des Spiels bewusst nicht mitgeteilt hatte erbebte die Halle nun vor Freudenschreien: Altenberg hatte verloren, die Tuspo gewonnen und den TSV 1860 Weißenburg somit zum Staffelmeister gemacht.

Am Sonntag stand das letzte Heimspiel der regulären Saison auf dem Programm. Gegner war die punktlose dritte Mannschaft des HBC Nürnberg. Nach den zuletzt sehr erfolgreichen Auftritten eigentlich eine Pflichtaufgabe für die Jungs von Trainerin Sigi Rudat, doch weiß man aus Erfahrung, dass vermeintlich einfache Aufgaben meist schwerer sind, als angenommen. Von daher startete man hochkonzentriert und –motiviert in die Partie und legte dank drei Toren von Johannes Brechtelsbauer früh ein 5:1 vor, acht Minuten waren da erst gespielt. Das zeigt die gute Chancenverwertung in der Anfangsphase, die leider nicht konsequent durchgehalten wurde. Nürnberg konnte daher nach 20 Minuten zum 9:9 ausgleichen und es entwickelte sich eine enge Partie, in der die Sechziger Abwehr nicht immer ganz sattelfest agierte und der HBC Torhüter einige Einwurfchancen vereitelte. Vor allem über den Kreis kam der HBC immer wieder zum Erfolg, so dass es bis kurz vor der Pause weiterhin Unentschieden blieb. Dank verbesserter Abwehrarbeit und gesteigerter Torhüterleistung auf Seiten der Hausherren konnte eine 13:11 Halbzeitführung erarbeitet werden.
In den zweiten Durchgang starteten die Sechziger dann analog zur ersten Hälfte stark und hatte nach sieben Minuten eine 19:13-Führung herausgeworfen. Vorne bekam man die Abschlussschwäche in den Griff und defensiv funktionierten Abwehr und Torhüter sehr harmonisch. Bis zum 27:17 zogen die Sechziger mühelos davon, bis gegen Ende das Gas etwas zurückgenommen wurde und der HBC noch auf unter zehn Tore verkürzen konnte. Mit einem spektakulären Kempa-Trick von Basti Rudat auf Bene Sommerer wurde den Zuschauen auch noch etwas Akrobatik geboten und der am Ende deutliche, zwischendurch aber durchaus fordernde Sieg eingetütet. Nun steht am kommenden Samstag noch ein Auswärtsspiel bei der SG Kernfranken an. Dieses muss gewonnen werden, um Platz zwei der Bezirksliga-Staffel 2 zu sichern. Bei einem Ausrutscher des Spitzenreiters des TSV Altenberg wäre sogar noch Platz eins möglich. Das ist aber reine Spekulation, zunächst müssen die eigenen Aufgaben bewältigt werden.

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